18.11.2008

Appetithäppchen N°5

Bald erscheint die vierte Ausgabe von Midcomfort. Als Appetithäppchen erscheinen hier einige Bilder aus dem Heft, in der Art eines Adventskalenders. Weder wird hier aber das Thema des Heftes verraten noch die Bilder in einen grösseren Zusammenhang gestellt – dies folgt dann am 17. Dezember.

Ihre eigene Rolle werden auch in dieser Ausgabe die Bildunterschriften wahrnehmen. Sie erzählen oft ihre eigene kleine Geschichte und sollen so der notorisch bildsüchtige Architektenschaft die Angst vor dem Lesen nehmen.

Perco, ein Wagner-Schueler, stammt aus einer Arbeiterfamilie und war in den 20er Jahren als Sozialdemokrat ein wichtiger Architekt des Wohnbauprogramm der Stadt Wien. Trotzdem schreibt Helmut Weihsmann ueber den Holy-Hof: «Das «Pathos der Roten Festung» erreichte bei diesem Bau einen einstweiligen Hoehepunkt, vermittelt aber den hilflosen Versuch eines Buergerlichen,
den symbolischen «Klassenkampf» in der Wohnhausarchitektur darzustellen.
» Neben dem Stilmittel der Symmetrie war eine vorwiegend durch Balkone gebildete Plastizitaet
des Baukoerpers das wichtigste, architekonische Ausdrucksmittel Percos. Wohnqualitaet war in Bezug auf Ausssenräume zweitrangig. In den 30er und 40er Jahren stellte Perco seine monumentale Architektur in den Dienst der nationalsozialistischen Repraesentationsbeduerfnisse.
Insofern kann man Weihsmanns Kritik doch ein Stück weit nachvollziehen.

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