Im Hinterland des aktuellen Frontlinienverlaufs

In der Rubrik Schwerpunkt: Neu, aber unter dem Titel Altneu hat Cornelia Dörries im Deutschen Architektenblatt  einen erfreulichen Text und ein Interview über Midcomfort publiziert. (Zusammen mit einem Portrait voller Weltschmerz, das allerdings – anders als in der Bildunterschrift angegeben – nicht von Stefan Müller, sondern von  Andreas Buschmann ist.) Mein Lieblingssatz aus dem Text:

Dass Imhof in seiner Einleitung ausgerechnet die Analogie von Sprache und Architektur bemüht, hat angesichts der durchgängig wunderbar lesbaren Ausführungen seine Berechtigung. Doch auch darüber hinaus, denn wer Architektur als Sprache des menschlichen Behaust-Seins versteht, wird dieses Buch wie ein grammatisches Nachschlagewerk der Baukunst nutzen können.

Dass die Antworten zuweilen vielleicht etwas stark komprimiert scheinen, dürfte daran liegen, dass ich mehr als eine halbe Stunde auf die bedauernswerte Frau Dörries eingeredet habe und sie daraus irgendwie ein lesbares Interview produzieren musste.

Hinweis:
In der verlinkten Online-Version fehlt die erste Frage des Interviews. Sie würde lauten: „Sie sind mit Anfang 40 noch ein recht junger Architekt. Was hat Sie zu einem Buch bewogen, das sich mit Althergebrachtem beschäftigt?“

Nachtrag 16.01.2015: Nun ist zwar die erste Frage aufgetaucht, dafür fehlt jetzt die zweite. Sie lautet: Fühlen Sie sich mit Ihrer kritischen Haltung zur klassischen Moderne als Einzelgänger?

Nachtrag 05.02.2015: Jetzt ist alles korrekt. Alle Fragen sind da und auch die Bildcredits sind korrekt.  

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Trost der Architektur

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Unter dem schönen Titel „Trost der Architektur“ ist in der Novemberausgabe 2014 von Werk, Bauen und Wohnen eine Besprechung von Midcomfort erschienen. Der Autor Christoph Schläppi schreibt angenehm kenntnisreich, klug und unterhaltsam – nicht ohne im einen oder anderen Nebensatz auch einen leisen Hauch von Kritik unterzubringen, etwa an der stellenweise fehlenden «homogenen Systematik.» Aber das ist nicht nur leicht zu verkraften, sondern auch das erfreuliche Zeichen dafür, dass hier einer das Buch wirklich in Gänze gelesen und durchdacht hat. Und natürlich ist jede Kritik leicht verkraftbar in Anbetracht einer Ehrung wie dieser:

«Ohne Umschweife verwebt er Beispiele aus dem lokalen und schweizerischen Umfeld in die an sich international ausgelegte Publikation und leistet damit nebenher einen Beitrag zur Geschichte der Schweizer Architektur. Die Selbstverständlichkeit, mit der er diesen disparaten Gegenstand im Begriffssystem von Mitte, Komfort, Reform plausibel macht, wäre eine eigene Betrachtung wert.»

Der schönste Absatz des Textes aber wird mir noch die nächsten Tage immer mal wieder ein Grinsen ins Gesicht zaubern.

«Imhofs kleiner Dampfer pflügt dabei durch viele aufgewühlte Gewässer, beispielsweise, wenn der Autor Fragen wie jener nach der verlorenen Mitte oder dem Masshalten in der Architektur nachgeht. In diesem von überraschenden Gedankengängen und Analogien überquellenden Teil fehlt allein die Metapher des Hurrikans, dessen ruhendes Auge nicht zu Fehlschlüssen über das Geschehen an der Peripherie verleiten sollte.» 

Aus Freude über die hübsche kleine Metapher für Midcomfort habe ich die Kopfzeile dieser Homepage für die nächsten paar Tage leicht abgeändert:


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(Der Dampfer ist abgeleitet aus einem Piktogramm der Font „Arthur Ornaments“ des Schriftgestalters Andreas Stötzner.)

 

2. Auflage jetzt lieferbar

Soeben wurden die ersten Exemplare der zweiten Auflage ausgeliefert – Midcomfort ist ab sofort wieder über alle üblichen Vertriebskanäle erhältlich.

Dieses Update enthält einige Bugfixes und allgemeine Verbesserungen:

  • Das Papier des Flexo-Cover Einbandes ist ein etwas festeres Volumenpapier, sodass die Fälze des umgeschlagenen Papiers nicht mehr so schnell durchdrücken (sollten).
  • Alle Schwarzweiss-Bilder wurden aufgehellt, sodass sie deutlich mehr Details zeigen, vor allem in den dunklen Bereichen.
  • Es wurden einige fehlende Angaben zu Abbildungen und einige falsche Bildverweise ergänzt bzw. korrigiert. (vgl. Errata 1.Auflage)
  • Es sind einige neue Bilder eingefügt worden, etwa zusätzliche Abbildungen aus „Stones of Venice“ (S.49), der Frankfurter Küche (S.30) und weitere.
  • Es wurden diverse Rechtschreibe- und Layoutfehler korrigiert.
  • Das Loos-Zitat auf der Rückseite des Covers ist jetzt ordentlich gesetzt. Die Schreibweise wurde der ersten Publikation des Textes (in: Der Sturm, 1910) angepasst, die noch nicht die Loos’sche Kleinschreibung aufwies. 
  • Das Buch riecht aus mir unbekannten Gründen besser als vorher.

Noch einmal sei all jenen gedankt, die mir Unstimmigkeiten, Schreibfehler, Layoutfehler und Ergänzungen gemeldet haben.

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Die neuen Sommerfarben sind da!

Ein Buch für einen Sommer

Unter dem Titel «Bücher für den Sommer» und nicht ohne einen Hauch zarten Spottes („Mittelmass als Masstab“) bespricht Jenny Keller Midcomfort heute im «eMagazin» von swiss-architects Midcomfort. Doch sie darf das  – als ehemalige Diplomandin der Professur Sik ist sie eine alte Bekannte und ihre Lesempfehlung schliesst sie mit: «Ein lesenswertes, lehrreiches und gut geschriebenes Buch, das Architekten lesen sollten und Laien gefallen dürfte.»

Vor allem aber zitiert sie einen Satz, den geschrieben zu haben ich längst vergessen hatte:
«Architektur kann man nicht weglegen wie ein Buch.» S. 17